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Landrat Rosenau besucht Firma Enayati in Birkenfeld

Durch saubere und helle Produktionshallen wurde eine Delegation um Landrat Bastian Rosenau (hinten) bei der Firma Enayati in Birkenfeld geführt.(Bild: Enayati)
Durch saubere und helle Produktionshallen wurde eine Delegation um Landrat Bastian Rosenau (hinten) bei der Firma Enayati in Birkenfeld geführt.(Bild: Enayati)
„Verblüffend, wie sich die Galvanik weiterentwickelt hat“, staunte Landrat Bastian Rosenau beim Rundgang durch die Räume der Firma Enayati in Birkenfeld. Er war beeindruckt von den sauberen und hellen Produktionshallen und dem repräsentativen Firmengebäude.

„Arbeiten in der Galvanik wird oft mit Lederschürze und Gummistiefeln in Zusammenhang gebracht, das trifft für unsere Produktionsräume aber nicht zu“, meinte Evemarie Pichler, eine der beiden Firmengründer. Zusammen mit dem anderen Gründer, Hedayat Enayati, und Geschäftsführer Stephan Langer, der unter anderem dem Beirat der Fachmesse Stanztec angehört, stellte sie das Unternehmen vor, das rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Angebot von Enayati sei eine Nische mit eher wenig Wettbewerb, erfuhren der Kreischef und seine Begleiter, neben Bürgermeister Martin Steiner der Rektor der Hochschule Pforzheim, Professor Ulrich Jautz, Roland Karcher vom Jobcenter und der Wirtschaftsbeauftragte des Enzkreises, Jochen Enke. Die Firma, die 1984 gegründet wurde, zählt heute zu den marktführenden Spezialisten der Oberflächenveredelung und veredelt vorgestanzte Teile und Vollbänder mit Hartgold, Silber, Kupfer und anderen Metallen. Die Besonderheit: Alle 33 Galvaniklinien und weite Teile der eingesetzten Peripheriegeräte wurden selbst entwickelt und gebaut, was ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sei.

„Unser Kunden kommen vor allem aus dem Automotiv-Segment“, sagte Stephan Langer. Bange sei ihm trotz der Veränderungen in diesem Bereich jedoch nicht: „Die Teile im Fahrzeug, zum Beispiel für Sicherheitstechnik, nehmen pro Fahrzeug stetig zu – selbst bei weniger produzierten Fahrzeugen wird unser Umsatz mindestens stabil bleiben“, ist er überzeugt. Hinzu kommt, dass von Enayati veredelte Kontakte auch in Fahrzeugen mit alternativem Antrieb verbaut würden.

Die Firma hat sich seit der Gründung erfolgreich entwickelt und konnte allein in den letzten fünf Jahren die Kapazitäten verdoppeln. „Wir haben unser Firmengebäude in Birkenfeld ständig erweitert und fühlen uns hier sehr wohl“, betonte Firmengründer Hedayat Enayati und lobte ganz besonders die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und deren Bürgermeister: „Die explosionsartigen Auftragserteilungen unserer Kunden hätten wir ohne diese Erweiterungen niemals bedienen können.“

Auch mit der Hochschule gebe es eine enge und gut funktionierende Kooperation, vor allem mit dem dortigen Institut für strategische Technologie und Edelmetalle sowie dem Prüflabor für Materialuntersuchungen: „Regelmäßig erstellen unsere Bachelor- oder Masterstudenten ihre Thesis hier bei Enayati – das ist ein echter Mehrwert für beide Seiten“, bestätigte Rektor Jautz. Im Ingenieursbereich fehlen dem Galvanikbetrieb auch weniger Fachkräfte: „Es wird immer schwieriger, Maschinen- und Anlagenführer zu gewinnen. Daher werden auch in diesem Berufsbereich Lehrlinge bei uns ausgebildet“, sagte Evemarie Pichler. Ihre Firma beteilige sich auch an Ausbildungsmessen und an einem vom Enzkreis und der städtischen WSP organisierten „Azubi-Speeddating“ im April.

„Beim Blick nach vorn machen uns aber vor allem die vielen unsicheren Rahmenbedingungen Sorgen“, antwortete Geschäftsführer Langer auf eine Frage des Landrats und nannte den Brexit, die Entwicklung der Einfuhrzölle in die USA und die abgeschwächte Konjunktur in China als Beispiele. Er betonte aber auch: „Wir blicken positiv in die Zukunft, weil wir in der Vergangenheit vieles zur rechten Zeit richtiggemacht haben.“ (enz)

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